Von Irkutsk
Irkutsk ist ein wichtiges Kultur-, Industrie- und Wissenschaftzentrum Ostsibiriens. Die Bevölkerung der Stadt zählt ungefähr 600000. Irkutsk ist die viergrößte Stadt in Sibirien.
Geschichte
Irkutsk ist alt, alt nach den sibirischen Verhältnissen. Ostsibirien wurde an Russland im 17. Jahrhundert angeschlossen, und auch damals im 17. Jahrhundert wurde unsere Stadt als eine kleine Holzfestung von den Kozaken gegründet. Solche Holzfestungen nannte man Ostrogs.
Die Gründung der Stadt geht auf das Jahr 1661 züruck, als der Führer der Kozaken Yakov Pokhabov am rechten Ufer des Flußes Angara eine Festung erbauen ließ. In seinem Bericht an den Zaren schrieb er: «Die Stelle ist wunderschön, die Taiga ist an verschiedenen Tieren reich und für die Felder paßt es am besten».
Die Holzfestung ist bis heute nicht erhalten geblieben.
Gegenende des 17. Jahrhunderts zählte Irkutsk tausend Einwohner. 1686 wurde Irkutsk in den Rang einer Stadt erhoben und erhielt Siegel und Wappen. Das Wappen stellt einen Tiger mit dem Zobel in den Zähnen dar. Der Tiger symbolisiert die Macht der Stadt und der kleine Zobel ist die Verkörperung des Reichtums.
Erst gegen 1760 wurde der Sibirische Trakt, die erste Straßenverbindung zwischen Moskau und Irkutsk fertiggestellt, und die Stadt entwickelte sich zum Dreh- und Angelpunkt für den Handel mit den Schätzen Sibiriens und den Importen aus dem Kaiserreich China: Pelze, Diamanten, Gold, Seide, Tee, Holz. Mit dem Handelsaufschwung entwickelte sich die Stadt auch zu einem bemerkenswerten Zentrum für Wissenschaft und Kultur – nicht zuletzt dank der großen Zahl von politischen Verbannten. Die Stadt war Ausgangspunkt der ersten beiden Expeditionen von Vitus Bering 1728.
Im Dezember 1825 revoltierte eine große Gruppe russischer Adliger gegen Zar Nikolaus I.. Die Revolte wurde niedergeschlagen und die so genannten Dekabristen wurden nach Sibirien verbannt und siedelten sich großteils mit ihren Familien in Irkutsk an. Die Dekabristen hatten einen immensen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung und das Selbstverständnis der Stadt und sind auch heute noch im allgemeinen Bewusstsein sehr präsent.
Die Sehenswürdigkeiten von Irkutsk die Erlöserkirche ist der eizige Augenzeuge aus der Zeit der Festung. Siewar eines der ersten Steigebäude nicht nur in Irkutsk sondern auch in ganz Ostsibirien. Sie wurde 1710 erbaut. In der Erlösrekirche zeigt sich deutlich die Verwandschaft zur Architerktur der alten Ruß.
Die Gotteserscheinungskathedrale ist jünger als die Erlöserkirche. 1716 kam es zu einem großen Brand. Damals wurden ein Teil der Festungsmauer, der Kaufhof mit dem Zollamt, einige Wohnhäuser und die Kathedrale zu Kristi Erscheinen zerstört. 1718 machten sich die Irkutsker an die Säuberung der Brandstätte. Ein Jahr später begannen die Bauarbeiten für die neue Kathedrale: 1723 wurde das Gotteshaus geweiht.
Das Kunstmuseum wurde 1870 ursprünglich als eine Privatsammlung gegründet. Es bietet etwa 14.000 Kunstwerke: Gemälde, Skulpturen, Mosaike. Ikonen der Nowgoroder und Sibirischen Schulen aus dem 16.–17. Jh. Daneben Werke der russischen Kunst und auch über Gemälde westeuropäischer Maler des 16. bis 19. Jahrhunderts.
Irkutsk beherbergt ein allgemein anerkanntes Dekabristenmuseum im ehemalige Haus eines der Führer der Dekabristen Sergej Trubezkoi. Die Häuser, in denen die Familien der Adelsrevolutionäre Sergej Trubezkoi und Sergej Wolkonski gewohnt haben, sind heute ebenfalls als Gedenkstätten gestaltet. Die Exposition enthält Gebrauchsgegenstände, die den Dekabristen gehörten und daneben auch restaurierte Möbel und Musikinstrumente, die typisch für jene Zeit waren.